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Leserunde mit Buch Bloggern, brauche ich das wirklich?
Leserunde - Fluch oder Segen?

Die Lovelybooks Leserunde – Erfahrungsbericht aus Sicht eines Autors inklusive konkreter Anleitung

Eine Leserunde? Was ist das, was soll das?

Leserunden gibt’s in der Schul-Lese-AG, als Hausfrauen Lesezirkel und im Senioren-Buchclub. Aber nicht nur live wird gemeinsam gelesen, sondern auch virtuell, und zwar in sogenannten Lese-Communitys.  

Aber was sind denn nun Leserunden?

Kurz gesagt: In einer Leserunde liest man gemeinsam und möglichst zeitlich parallel. Das Buch wird in verschiedene Abschnitte eingeteilt, die jeder für sich liest. Während des Lesens tauscht man sich in der Gemeinschaft über den Abschnitt aus.

Kann ich als Autor eine Leserunde veranstalten, und wenn ja auf welchen Plattformen?

Natürlich kannst du auch als Autor eine Leserunde initiieren. Möchtest du das virtuell tun, dann bieten sich verschiedenen Portale an. Die Gängigsten sind:

https://www.lovelybooks.de/

https://www.goodreads.com/

https://www.lesejury.de/

https://www.buechertreff.de/

Ich habe bereits zwei Leserunden veranstaltet (zu jedem meiner Bücher eine) und zwar auf der Plattform Lovelybooks.

Wie läuft die Lovelybooks-Leserunde genau ab?

Sobald dein Buch veröffentlicht und in den Shops verfügbar ist (Vorbestellung oder Kauf), wird es automatisch auf dem Portal Lovelybooks angezeigt. Ist das nicht der Fall, kann man einfach eine Mail an den Support schicken, die Kommunikation ist erfahrungsgemäß unmittelbar und freundlich.

  • Hast du einen Autoren-Account, dann hast du pro Monat eine freie Buchaktion, zum Beispiel eine Leserunde mit der Vergabe von Rezensionsexemplaren oder eine Buchverlosung (Buchvergabe ohne anschließende Leserunde).
  • Die Vergabe von Rezensionsexemplaren ist nur mit einem Autoren-Account möglich, eine reine Leserunde, ohne dass Rezensionsexemplare vergeben werden (die Teilnehmer lesen mit dem eigenen Exemplar), ist auch mit einem normalen Nutzeraccount möglich.

Sobald die Leserunde aufgesetzt ist (eine genaue Anleitung folgt weiter unten), startet für den Fall der Vergabe von Büchern auch schon die Bewerbungsphase für Interessierte Nutzer der Community. Nach einer von dir definierten Zeit hast du eine Anzahl an Bewerbern, die du dir sorgfältig anschauen solltest, auch dazu später mehr.

Wenn du die "Gewinner" festgelegt hast, versendest du die Exemplare deines Buches und schon kann die Leserunde starten. Vergibst du keine Exemplare startet die Leserunde zum angegebenen Zeitpunkt.

Am Ende der Leserunde hast du einen Mix aus Rückmeldungen zu den verschiedenen Abschnitten deines Buches, sowie einige ehrliche Rezensionen.  

Vorteile der Lovelybooks Leserunde

Vorteile der Lovelybooks Leserunde für Leser

Die wohl größte Motivation für den Teilnehmer einer Leserunde ist: man bekommt Bücher gratis. Weiterhin kann man kann sich während des Lesens mit Gleichgesinnten über eine Geschichte austauschen, Stichwort „Social Reading“.

 

Vorteile der Lovelybooks Leserunde für dich als Autor

Du bekommst Aufmerksamkeit, ehrliche Meinungen zu deiner Geschichte und Rezensionen.

Risiken der Lovelybooks Leserunde

Risiken der Lovelybooks Leserunde für Leser

Es könnte ein Buch dabei sein, das dir überhaupt nicht gefällt.

Risiken der Lovelybooks Leserunde für dich als Autor

Eine Leserunde ist intensiv: kostenintensiv bei Vergeben von Rezensionsexemplaren, zeitintensiv durch das Betreuen der Runde und gefühlsintensiv, denn du bekommst die Wahrheit zu hören, die du oft hören willst, manchmal aber eben auch lieber nicht. Und wenn es ganz schlimm kommt, stellen die Leute, denen deine Geschichte nicht gefallen hat, ihre Rezension auch noch auf Amazon.

 

Warum habe ich mich für die Leserunden auf Lovelybooks entschieden?

Ich habe die Vorteile und Risiken abgewogen und für mich für eine Leserunde auf Lovelybooks entschieden, um den Bekanntheitsgrad meiner Bücher zu steigern. Beim zweiten Buch war außerdem der ursprüngliche Plan, die Leserunde bereits vor der Veröffentlichung des Buches abzuhalten, sodass zur Veröffentlichung ein paar Lovelybooks Bewertungen verfügbar sein sollten. Generell ist übrigens damit zu rechnen, nicht von allen Mitgliedern, die das Buch bekommen haben, eine Rückmeldung zu bekommen, denn man darf eine Rezension nicht zu einer Bedingung bei der Vergabe von Rezensionsexemplaren machen, man darf lediglich darauf hoffen. Der Teilnehmer der Leserunde ist also nicht dazu verpflichtet, sich zurückzumelden und auch eine Bewertung zu schreiben. Nichtsdestoweniger wollte ich bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einige gute Bewertungen im Internet herumschwirren haben, deshalb die Entscheidung für die Leserunde auf Lovelybooks.   

Wie setzt man die Leserunde auf Lovelybooks auf?

Voraussetzungen für die Leserunde:

  • Die bewusste Entscheidung für die Leserunde (im vollen Bewusstsein der oben genannten Risiken)
  • Ein Buch, das in den üblichen Online-Shops verfügbar ist
  • Falls du Exemplare vergeben möchtest, die Exemplare selbst sowie ein Lovelybooks-Autoren-Account, durch den du einmal monatlich eine freie Buchaktion hast.
Lovelybooks Leserunde Autorenseite



Anlegen der Leserunde:

Erstellen

Und schon geht es los.

Scrolle im Home-Bereich bis zur Zeile „Gespräche aus der Community“ (es muss nicht dein eigenes Buch sein, bei dem die Option angezeigt wird, das geht auch bei jedem anderen Buch), dann wähle „Neu“ aus.

Nun kannst du eine Leserunde erstellen (eine Buchverlosung endet nach der Verlosung der Rezensionsexemplare, ist also nicht mit nachfolgenden Diskussionen oder Rezensionen verknüpft).

Lovelybooks Leserunde erstellen

 

Jetzt den eigenen Titel oder die ISBN eintippen:

 

Lovelybooks Leserunde buch auswählen

 

Es erscheint die gesamte Eingabemaske der Leserunde, in der automatisch das Cover des Buches integriert ist.

 

Beschreiben

Als erstes beschreibst du in 400 Zeichen, um was es in deiner Buchaktion geht. Am besten fügst du nicht nur den Klappentext und Teaser ein, sondern spiegelst kurz und prägnant das Thema, das Gefühl und den Ton deines Buches wieder. Je genauer du hier arbeitest, desto passender sind meinen Erfahrungen zufolge die Teilnehmer oder für den Fall einer Verlosung die Bewerbungen, die du erhältst, was weniger Arbeit beim späteren Auswählen der Gewinner bedeutet.

 

Lovelybooks Leserunde beschreiben



Vergabe von Rezensionsexemplaren
Lovelybooks Leserunde Entscheidung Rezensionsexemplare vergeben

In der Leserunde kann man Rezensionsexemplare verlosen, man muss aber nicht. Man kann auch die Leserunde ausschließlich mit Lesenden veranstalten, die mit einem eigenen Exemplar teilnehmen, dann entfällt zwar der Anreiz, ein Gratisexemplar gewinnen zu können, aber selbstverständlich bleibt der Anreiz des gemeinsamen Leseerlebnisses.  



Anzahl der Rezensionsexemplare festlegen
Lovelybooks Leserunde Rezensionsexemplare

Ich persönlich würde dazu raten, einige Rezensionsexemplare zu vergeben, zumindest e-Books, falls Taschenbücher nicht möglich sind.

Im Zuge der Leserunde zu meinem ersten Roman habe ich 5 Printexemplare und 10 e-Books vergeben, in meiner aktuellen Leserunde hatte ich aufgrund der guten Erfahrungen dieselbe Menge angegeben, mich aber später aufgrund der Vielzahl der überzeugenden Bewerbungen dazu entschieden, 5 weitere Taschenbücher zu vergeben, also in Summe 20 Exemplare meines Buches.

Die Bewerbungsphase dauert bei manchen Leserunden gar mehrere Wochen, ich jedoch wollte nicht lange warten (ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch), deshalb waren für mich 5 Tage mehr als ausreichend.

Auch ist es ratsam eine Frage zu stellen, die für eine erfolgreiche Bewerbung beantwortet werden muss. Hier trennt sich bereits die Spreu vom Weizen: Will der Bewerber nur irgendein gratis Buch ergattern, oder interessiert er sich wirklich für dein Buch? Formuliere am besten eine thematisch zum Buch passende Frage, anhand derer du die Bewerber schnell in Bezug auf ihr echtes Interesse bewerten kannst. Auch dieser Mechanismus kann dir später die Auswahl der Gewinner erleichtern.



Bestimmen der Themen der Leserunde
Lovelybooks Leserunde Themen

 In diesem Bereich sollte man Themen angeben, die die Leserunde strukturieren. Bei vielen bietet sich eine Aufteilung der Leserunde in Kapitel und Abschnitte an, ich bin diesmal davon abgewichen und habe grob die Themenblöcke aufgezeigt, zu denen mich eine Rückmeldung der Leser interessierte.

Immer dabei sollte auf jeden Fall das Kapitel „Fazit“ sein, damit die Leser, die bereits fertig sind, die noch Lesenden nicht beeinflussen.



Begrüßung schreiben

Als letzten Punkt beim Anlegen der Leserunde gibt es die persönliche Begrüßung der Teilnehmer. Diese wird auch schon in der Ausschreibung angezeigt. Tipp: Falls du mehrere Formate verlost, fordere die Bewerber dazu auf, das bevorzugte Format anzugeben. Du merkst erstens, ob der Bewerber den Text aus Interesse auch gelesen hat und zweitens, ob ein echtes Interesse an deinem Buch besteht (Bewerbungen, à la „Bitte nur Taschenbuch, kann keine e-Books lesen“ sind an der Tagesordnung).

Lovelybooks Leserunde Begrüßung

Die Bestimmung der Gewinner / Teilnehmer an der Leserunde

Ist deine Leserunde angelegt, trudeln die Anfragen oder Bewerbungen ein (hoffentlich). Während der Zeit bis zur Bewerbungs- oder Teilnehmerdeadline musst du eigentlich nicht viel tun, obwohl du dir natürlich die Profile der Bewerber jetzt schon anschauen kannst, denn das verteilt die Arbeit ein wenig. Ich habe bei meiner aktuellen Leserunde über hundert Bewerbungen erhalten und habe für die Bestimmung der Gewinner einen Tag gebraucht.

Wie bin ich vorgegangen?

Zur Erinnerung, die Bewerbungsfrage war: „Was würdest du dir in der Toskana anschauen oder bei einem Urlaub dort gerne tun?“ Zusätzlich habe ich im Begrüßungstext nach dem gewünschten Format gefragt.  

 

  • Als erstes habe ich die Bewerber aussortiert, die keinen Bezug zu meiner Bewerbungsfrage genommen haben oder besonders lieblos geantwortet haben.

 

Negative Beispiele:

Lovelybooks Leserunde Bewerbung Negativ

Lovelybooks Leserunde Bewerbung Negativ

Lovelybooks Leserunde Bewerbung Negativ

 

  • Dann habe ich die Bewerber gesammelt, die besonders originell geantwortet haben oder zusätzlich auf das Buch eingegangen sind (bei dieser proaktiven Zusatzleistung ist von einer regen Beteiligung in der Leserunde auszugehen)

 

Positives Beispiel:

Lovelybooks Leserunde Bewerbung Positiv


Dann habe ich mir die Profile der Bewerber angeschaut, die übriggeblieben sind und dabei folgende Fragen geklärt:
  • Welches Genre hat der Bewerber bisher vorrangig gelesen? (Warum sollte ich jemandem, der sonst nur Thriller liest, meinen Liebesroman geben?)
  • Wie bewertet er Bücher, die in demselben Genre wie mein Buch angesiedelt sind? (Ist derjenige besonders kritisch in dem Genre?)
  • Welche Spanne an Rezensionsternen wird vergeben? (Manche Bewerber machen es sich scheinbar zur Aufgabe die Bücher zu zerreißen)
  • Wie sind schlechte Bewertungen verfasst? (Durchaus möglich, dass jemandem mein Buch nicht gefällt, alles ist eben Geschmackssache, aber dann möchte das auch bitte begründet sein. Ein Stern für ein „Hat mir nicht gefallen“ ist einfach nicht aussagekräftig)




Der Verlauf der Lovelybooks Leserunde

Wenn du für den Fall einer Rezensionsexemplar-Vergabe deine Gewinner ausgewählt hast, erhältst du von der Plattform Lovelybooks eine Excel Liste mit den Adressen. Du versendest die Bücher und e-Books und wartest auf die Rückmeldungen zu den Abschnitten und den Abschlussrezensionen. Schön ist es natürlich, schnell auf die Kommentare der Teilnehmer zu antworten. Erfahrungsgemäß reicht es, einmal täglich bei der Leserunde vorbeizuschauen. Außerdem kannst du in den Einstellungen von Lovelybooks auswählen eine tägliche Zusammenfassung der Leserunde zu erhalten, dann erfährst du per Mail, ob neue Kommentare eingetrudelt sind. Außerdem ist es höflich, sich für die Rezensionen zu bedanken, auch für die schlechten. Ja, auch wenn man das Gefühl hat, der Leser hat das Buch vollkommen missverstanden oder den wahren Wert des eigenen Meisterwerkes nicht erkannt (kleiner Spaß). Das Herumdiskutieren empfinde ich immer als unsympathisch und das fällt negativ auf einen zurück, immerhin äußert der Teilnehmer seine subjektive Meinung. Zur Kenntnis nehmen, die konstruktiven Punkte mitnehmen und abhaken.





Meine Erfahrungen als Autor mit der Lovelybooks Leserunde

Heute erst wurde ich gefragt, ob ich nochmals eine Leserunde auf Lovelybooks machen würde. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht.

Dagegen spricht die Enttäuschung, wenn es keine Rückmeldung nach Erhalt der Bücher gibt oder die Rezensionen aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen negativ sind. Andererseits kann es die negativen Rezensionen ebenso auf Amazon oder anderen Plattformen geben.

Dafür spricht, dass man bei einer Leserunde zusätzlich zur finalen Rezension eben noch detailliertere Rückmeldungen zur Geschichte erhält, was mir einen guten Einblick in die Gedankenwelt des Lesers gibt. Man kann sich direkt austauschen und man kann sich anhand der Rückmeldungen verbessern.

Fazit ist: ja, ich würde es wieder tun.

Allerdings würde ich nächstes Mal folgende Dinge besser machen:

  • Zeitlich bessere Planung, damit die Taschenbücher direkt nach Ablauf der Bewerbungsfrist verfügbar sind, dieses Mal hat sich die Leserunde doch etwas entzerrt und es kam keine richtige Dynamik auf.
  • Bessere Auswahl der Leserundenteilnehmer, zusätzliche Prüfung, ob der Bewerber in die Zielgruppe fällt.
  • Eliminieren der Bewerber, die nur Taschenbücher abgreifen wollen, anhand der Methode, nur e-Books zu verloren und als Dank für eine erfolgreiche Teilnahme (unabhängig von der Anzahl der Sterne der Bewertung) Taschenbücher zu vergeben. Von dieser Vorgehensweise habe ich von einer Kollegin gehört und werde sie beim nächsten Mal ausprobieren.